FCS: Ein spektakulärer Heimsieg

FCS: Ein spektakulärer Heimsieg

Publiziert am
Autor
Daniel F. Koch

Werbung für sich selber betrieb der FC Schaffhausen im Heimspiel gegen den FC Wohlen. 0:2 stand es zur Pause, 3:2 bei Spielende.

Auf diese Art und Weise kann man sich sein Publikum bei Laune halten. Als Schiedsrichter Stefan Horisberger nach 47 Minuten zur Halbzeit pfiff, war die Stimmungslage unter den Schaffhauser Fans schlecht. Die Gäste aus Wohlen, deren Trainer Francesco Gabriele angekündigt hatte, im Lipo-Park mutig auftreten zu wollen, führte verdient mit 2:0. Das erste Tor hatten sich die schlafmützig verteidigenden FCS-Abwehrspieler nach 1:12 Minute Spielzeit durch Alain Schultz eingefangen. Zum Glück vergab der Wohlen-Routinier in der 23. Minute auf klägliche Art und Weise einen Foulpenalty (Steven Lang hatte Janko Pacar gelegt). Pacar war es dann in der 41. Minute, der den zweiten Gästetreffer erzielte und die Stimmung im neuen Schaffhauser Stadion ziemlich nach unten drückte.

Die Wende: Penalty und Rote Karte

Dass der FC Schaffhausen und seine Fans am Ende doch noch frenetisch einen wichtigen Heimsieg bejubeln durften, lag an den Geschehnissen in der 67. Minute, als Miguel Castroman einen Penalty verursachte. «Er hat mich mit gestrecktem Bein von hinten im Knie erwischt. Ein klarer Penalty», berichtet FCS-Stürmer Shkelqim Demhasaj. Der Referee bewertete die Intervention gleich, pfiff sofort und zeigte Castroman die Rote Karte. Der FCS-Topskorer Steven Lang liess sich die Chance nicht entgehen und verwandelte den Foulpenalty souverän zum 1:2. Für Lang war es der neunte Saisontreffer im siebten Einsatz für Schaffhausen. Trainer Murat Yakin hatte in der Pause sein System geändert und mit Luca Tranquilli einen Spieler eingewechselt, der viel frischen Wind brachte. Plötzlich wurde das Schaffhauser Spiel zwingender, das bis dahin gut organisierte Wohlen geriet nicht nur wegen der personellen Unterzahl unter Druck. Als der stark aufspielende Abwehrspieler Nejc Mevlja einen Vorstoss mit einem scharfen Flachschuss abschloss, konnte Wohlen-Keeper Joel Kiassumbua den Ball nicht festhalten. Der Abpraller landete bei Demhasaj, der zum Ausgleich abstaubte. In der 75. Minute hatte der FCS die Partie gedreht. Es kam aber noch besser, weil der Gastgeber noch eine Schippe drauflegen konnte. Gjelbrim Taipis Vorlage erreichte in der 88. Minute den Schweizer U-20-Nationalspieler Demhasaj, der abgeklärt das 3:2 für sein Team erzielte und für ausgelassene Stimmung auf den Zuschauerrängen sorgte. «Es ist einfach ein tolles Gefühl, wenn man wieder einmal trifft und man der Mannschaft weiterhelfen kann», kommentierte der Mann des Tages, Doppeltorschütze Shkelqim Demhasaj, das erfreuliche Ende eines verrückten Fussballnachmittags.

Sein Kollege, Dauerkämpfer und Publikumsliebling Faruk Gül war sich einig mit ihm, dass der Sieg verdient war. «Wir haben an uns geglaubt und haben den Sieg gewollt», sagte Gül. Das wiederum führte sein Chef, Trainer Murat Yakin, neben seiner Systemänderung auch darauf zurück, dass in der zweiten Hälfte sein Team von den Zuschauern nach vorne getrieben wurde. Zufrieden stellte der gewiefte Taktiker auch fest, dass seine Spieler ihre Angriffe nach der Pause konsequenter durchspielten und so das Momentum auf ihre Seite zwangen. Gästetrainer Francesco Ga­briele führte das Scheitern seines Teams im Lipo-Park vor allem auf die grössere Routine beim FCS zurück. «Die Details haben heute entschieden», so Wohlens Trainer, der wohl unruhigen Zeiten entgegengeht.

Den Liveticker zum Spiel gibt's hier zum nachlesen.

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