Na, und wie riecht Ihr Bokashi?

Publiziert am
Autor
Maria Gerhard

Nach der Sommerpause melden wir uns zurück mit «Gartengeschichten». Unsere Hochbeete bedürfen derzeit besonderer Pflege.

Riecht sehr streng, ist aber gut für die Pflanzen: Bokashi. Ohne Handschuhe sollte man das Zeug besser nicht anfassen. Bild: Zeno Geisseler

Gartengeschichten (XIII) Biodünger für einen Energieschub

Platzregen, 30 Grad im Schatten, Sturmböen und wieder Regen, wenn man bedenkt, was so ein Pflänzchen das Gartenjahr über alles aushält, scheint es nicht verwunderlich, dass Tomaten, Gurken und Co. irgendwann einmal – trotz regelmässigem Giessen (!) – die Blätter hängen lassen. Wir Menschen nehmen Urlaub, wenn die Energieressourcen sich zu Ende neigen, eine Zucchini-Pflanze kann sich schlecht selbst entwurzeln und davonstaksen, um eine Auszeit zu nehmen. Deshalb bedürfen unsere grünen Schützlinge gerade in dieser Zeit, wo der Sommer sich langsam – nun ja gut, ganz langsam – dem Ende zuneigt, besonderer Aufmerksamkeit. Ein kleiner Energie-Kick, ähnlich wie für uns eine Erfrischung an der Bar, wird erforderlich.

Wer nicht zu bösem, bösem, giftigem Chemiedünger greifen möchte, für den gibt es auch im Bio-Sektor einige Möglichkeiten. Da wären einmal Hornspäne als natürlicher Stickstoffdünger. Man streut sie auf die Erde, um die Pflanzen herum. Die Wirkungszeit beträgt mindestens ein bis zwei Wochen, teilweise sogar mehrere Monate. Und das beste daran: Einen Überdosis ist kaum möglich.

 

 

Ein Trend aus Japan

Dann gibt es auch noch – Bokashi. Kennen Sie nicht? Nun, das ist so ähnlich, als würden Sie Sauerkraut herstellen! «Bokashi» kommt aus dem Japanischen und bedeutet tatsächlich soviel wie «allerlei fermentiertes Organisches». Dabei werden organische Abfälle unter Luftabschluss mit Zusatz von effektiven Mikroorganismen fermentiert. Das fertige Bokashi stärkt die Pflanzen und verbessert ihre allgemeine Gesundheit. Es unterscheidet sich von herkömmlichem Kompost. Während beim Kompostieren eine Zersetzung mit Sauerstoff stattfindet und das organische Material noch einen langen Reifeprozess benötigt, bis alle pflanzenfeindlichen Verwesungsgifte abgebaut sind, wandelt die Fermentierung das gleiche Ausgangsmaterial in eine für Pflanzen schnell verfügbare Form um. Und das allerbeste daran: Schnecken bleiben fern – weil das Ganze so stinkt, wahrscheinlich. Also bitte, tun Sie sich und ihrer Umgebung einen Gefallen und tragen sie immer Handschuhe, wenn Sie beherzt in das Gemisch greifen!

Und wenn Sie wissen wollen, was wir als nächstes auf unsere Hochbeete pflanzen – passend zur Jahreszeit natürlich – können Sie sich das Video auf unsere SN-Internetseite unter dem Link «Gartengeschichten» ansehen.

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