«Schüler hat die Nerven verloren»

«Schüler hat die Nerven verloren»

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Autor
Zeno Geisseler

Nicht nur Täter, sondern auch Opfer: Der Schüler, der nach einem schweren Vorfall am Schaffhauser Bachschulhaus suspendiert werden musste, sei gemobbt worden.

Archivbild: Selwyn Hoffmann

Es gibt neue Einzelheiten zum Fall des Sekundarschülers, der in der Schule am Bach Drohungen ausstiess, was einen Polizeieinsatz und seine Suspendierung zur Folge hatte.

Bis jetzt hat der Fall keine rechtlichen Konsequenzen. Weder bei der Polizei noch bei der Staatsanwaltschaft waren bis gestern Anzeigen eingegangen oder Fälle pendent. Dies haben die entsprechenden Stellen gegenüber den SN auf Anfrage mitgeteilt. Die Polizei hat aber bestätigt, dass zwei Polizisten bei einem Gespräch in der Schule aus Sicherheitsgründen anwesend waren. Im Sinne der Amtshilfe könnten Ämter bei einer möglichen Gefährdung die Polizei beiziehen, sagte Polizeisprecher Patrick Caprez. Die Polizisten hätten ihre Dienstwaffen auf sich getragen, dies sei aber üblich. Warum genau der Polizeischutz angefordert worden war, gab die Polizei nicht bekannt.

«Perspektive bieten»

Schulvorsteher Markus Brütsch sagte, es handle sich um einen Einzelfall. Das Verhalten des Schülers sei bedenklich und unbedacht gewesen, und er habe die Nerven verloren. Der Schüler sei auch Opfer, denn er sei gemobbt worden. Es sei wichtig, ihm nach der Suspendierung eine Perspektive zu bieten. Er solle in den Unterricht zurückkehren können, entweder im Bachschulhaus oder an einer anderen Schule. Was genau der Schüler getan hatte, sagte Brütsch nicht. Die Sache werde aber nicht so heiss gegessen, wie sie gekocht worden sei.

«Keine Vorfälle bekannt»

Generell kein Thema ist die Sicherheitslage an den Schaffhauser Schulen beim Lehrerinnen- und Lehrerverein. Dessen Präsidentin Cordula Schneckenburger sagte, ihr seien keine Vorfälle bekannt. Dies könne aber auch damit zu tun haben, dass Lehrkräfte, die sich bedroht fühlten, in erster Linie an die Polizei, an ihre Vorgesetzten oder an den Stadtschulrat gelangten und nicht an den Lehrerverein. Im Gega-Schulhaus, in dem sie selbst arbeite, gebe es zwar immer wieder disziplinarische Schwierigkeiten, aber keine Sicherheitsprobleme.

Vorgestern war bekannt geworden, dass am Bachschulhaus ein Schüler nach einem massiven Verstoss gegen die Regeln für zwei Wochen suspendiert worden war. Zudem hatte es ein Elterngespräch unter Polizeischutz gegeben. Gemäss Recherchen der SN handelt es sich um einen 17 Jahre alten Moslem ausländischer Herkunft.

Auf der Facebook-Seite der SN schrieb Anja Marti von der Stabsstelle Information der Stadt, der Stadtrat und der Stadtschulrat nähmen den Vorfall sehr ernst. Es gelte null Toleranz gegenüber Gewalt an Schulen. Die Schulbehörde werde die Sicherheitsvorkehrungen in allen Schulhäusern nochmals besonders unter die Lupe nehmen.

Was denkt die Bevölkerung zur Schaffhauser Schulsituation? Wir waren gestern auf der Strasse unterwegs und haben die Meinungen der Passanten eingefangen. Das Video folgt um 11 Uhr.

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