Rekordhohe Zahl von Beanstandungen nach «Arena»

Rekordhohe Zahl von Beanstandungen nach «Arena»

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Schaffhauser N…

Die SRF-Sendung «Arena» über die Glaubwürdigkeit der Medien hat eine Rekordzahl an Beschwerden ausgelöst.

Umstrittener Wissenschaftler: Daniele Ganser in der SRF Arena. Bild: Screenshot SRF

Nach einem Disput zwischen dem Historiker Daniele Ganser und SRF-«Arena»-Moderator Jonas Pro-­ jer sind beim SRG-Ombudsmann 492 ­Beanstandungen eingegangen. Die ­Inhalte der Beanstandungen waren alle ähnlich. «Das ist die höchste ­Anzahl, seit es die Ombudsstelle gibt», sagte Roger Blum, der Ombudsmann der SRG, auf Anfrage. «Ausnahmslos alle Beanstandungen fallen zugunsten des Gastes, Daniele Ganser», aus.

Daniele Ganser ist Historiker und Publizist. Er war im Februar in die Sendung «Trumps Krieg» eingeladen worden, um als einer von zwei Gästen, die den Medien misstrauen, über Vertrauen oder Misstrauen in die Medien zu diskutieren. Dabei ist es zu einem Disput zwischen ihm und dem Moderator gekommen, der die Welle an Beanstandungen ausgelöst hat.

Gemäss Blum haben ausnahmslos alle beanstandet, dass Ganser unfair oder diskriminierend behandelt worden sei. Zudem habe der Sender eine ­E-Mail Gansers veröffentlicht, ohne dessen Einwilligung eingeholt zu haben.

Viele Zuschriften aus dem Ausland

«Interessant ist, dass die Inhalte der Beschwerden teilweise sehr ähnlich sind», sagte Blum. Weiter sei bemerkenswert, dass ein beträchtlicher Teil der Schreiben aus dem Ausland – aus Deutschland, Österreich, Südtirol, Luxemburg und Holland – gekommen sei. Wegen seiner Auftritte im Ausland hat Daniele Ganser gemäss Blum dort eine «beachtliche Fangemeinde».

Der Ombudsmann muss nun die fast 500 Texte sichten, die Hauptargumente zusammenfassen und in einem Schlussbericht eine Einschätzung ­abgeben. Dabei wird er medienethische Grundsätze berücksichtigen. ­Ferner komme das Radio- und Fernsehgesetz zum Zug.

Zu beachten gilt es gemäss Blum auch, dass es sich um eine Diskussions- und nicht um eine Informations­sendung handle. «Das Bundesgericht macht hier einen Unterschied», erklärt er.(sda)

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